Zum Inhalt
18+Glücksspiel kann süchtig machen. Teilnahme ab 18 Jahren.Hilfe findenGGL-Whitelist Stand 02.10.2026

RatgeberNr. 0124

LUGAS und das Einzahlungslimit von 1.000 Euro: so funktioniert es

LUGAS ist das zentrale Kontrollsystem für Online-Glücksspiel in Deutschland. Hier steht, wie das anbieterübergreifende Limit von 1.000 Euro im Monat funktioniert.

LUGAS und das Einzahlungslimit von 1.000 Euro: so funktioniert es

LUGAS ist das länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem: eine zentrale Datei, über die alle zugelassenen Online-Anbieter in Deutschland Ihr Einzahlungslimit und Ihre aktive Spielsitzung abgleichen. Das Limit liegt grundsätzlich bei 1.000 Euro im Monat, und zwar für alle Anbieter zusammen. Ohne festgelegtes Limit dürfen Sie bei einem zugelassenen Anbieter gar nicht spielen.

Das System hat noch eine zweite Aufgabe, die viele überrascht: Es verhindert, dass Sie bei zwei Anbietern gleichzeitig spielen. Wie Limit, Parallelspielverbot und Wartezeiten zusammenhängen, zeigen die Abschnitte unten auf Grundlage von § 6c und § 6h GlüStV 2021 und der Übersicht der GGL.

Die drei Bausteine von LUGAS

LUGAS steht für länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem. Zu den Aufgaben der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) gehören laut ihrer eigenen Darstellung die zentralen Systeme, darunter LUGAS. Alle zugelassenen Online-Anbieter müssen angeschlossen sein.

Baustein Aufgabe
Limitdatei speichert Ihr anbieterübergreifendes Einzahlungslimit
Aktivitätsdatei erkennt, ob Sie gerade bei einem anderen Anbieter spielen
Safe-Server Überwachung der Spieldaten durch die Aufsicht

Für Sie als Spieler sind vor allem Limitdatei und Aktivitätsdatei spürbar: beim ersten Einrichten des Kontos, wenn Sie das Limit festlegen, und beim Wechsel zwischen Anbietern.

Das Einzahlungslimit von 1.000 Euro im Monat

§ 6c GlüStV 2021 legt fest, dass das anbieterübergreifende Einzahlungslimit grundsätzlich 1.000 Euro im Monat nicht übersteigen darf. Entscheidend ist das Wort anbieterübergreifend: Wer bei Anbieter A 600 Euro einzahlt, kann im selben Monat bei Anbieter B nur noch 400 Euro einzahlen. LUGAS rechnet beides zusammen.

Regel Inhalt laut GlüStV 2021 und GGL
Höhe grundsätzlich höchstens 1.000 Euro im Monat
Geltung für alle zugelassenen Online-Anbieter zusammen
Ohne Limit kein Spiel möglich (§ 6c Abs. 1 Satz 6)
Ausnahmen in Einzelfällen über die Erlaubnis möglich, mit zusätzlichen Schutzmechanismen der GGL
Werbung Anbieter dürfen nicht damit werben, dass das Limit über 1.000 Euro liegen kann
Eigene Limits jederzeit niedriger, auch pro Anbieter

Die Erlaubnis kann in Einzelfällen einen anderen Betrag zulassen. Die GGL setzt dafür als zusätzliche Absicherung ihr Verfahren Markers of Harm ein, das Hinweise auf problematisches Spiel auswertet. Konkrete Beträge für erhöhte Limits nennen wir nicht, weil wir sie nicht an amtlicher Quelle bestätigen konnten.

Gilt das Limit auch für Sportwetten?

Das Limit ist anbieterübergreifend und gilt für die zugelassenen Online-Anbieter, die an LUGAS angeschlossen sind. Dazu gehören neben virtuellen Automatenspielen und Online-Poker auch die Online-Sportwetten mit GGL-Erlaubnis. Wer bei einem Sportwettenanbieter und in einer Online-Spielothek einzahlt, hat für beides zusammen ein Monatslimit. Die Suche nach Sportwetten ohne 1.000-Euro-Limit führt deshalb zwangsläufig zu Anbietern ohne deutsche Erlaubnis.

Eigene, niedrigere Limits setzen

Das gesetzliche Limit ist eine Obergrenze, kein Zielwert. Laut GGL können Sie jederzeit niedrigere Limits festlegen: täglich, wöchentlich oder monatlich, und zwar für Einsätze, Einzahlungen und Verluste. Das geht auch nur für einen einzelnen Anbieter.

  1. Überlegen Sie, welcher Betrag im Monat für Unterhaltung wirklich übrig ist.
  2. Setzen Sie das Limit beim Anbieter im Bereich Spielerschutz oder Konto.
  3. Ergänzen Sie ein Verlustlimit, damit Gewinne nicht sofort wieder verspielt werden.
  4. Prüfen Sie Ihr Limit regelmäßig und senken Sie es, wenn Sie mehr ausgeben als geplant.

So ist das Instrument gedacht: als Bremse für schwache Momente, die Sie in einem ruhigen Moment vorher einbauen.

Ein Beispiel für die Planung: Wer sich 100 Euro im Monat als Unterhaltungsbudget vornimmt, setzt genau diesen Betrag als Monatslimit, statt die gesetzliche Grenze stehen zu lassen.

Kein paralleles Spiel: die Aktivitätsdatei

§ 6h Abs. 1 GlüStV 2021 verbietet das parallele Spiel bei mehreren Anbietern. Die Aktivitätsdatei in LUGAS merkt sich, wo Sie gerade aktiv sind. Solange eine Sitzung bei Anbieter A läuft, kann Anbieter B Sie nicht spielen lassen. Erst nach dem Abmelden ist der Wechsel möglich.

Wartezeiten beim Wechsel zwischen Bereichen

Bietet ein Anbieter auf einer Domain mehrere Bereiche an, etwa Sportwetten und virtuelle Automatenspiele, gelten laut GGL weitere Regeln:

Situation Regel
Wechsel in einen anderen Bereich 1 Minute Wartezeit, in der nur Suchtwarnhinweise bestätigt werden
Gewinne aus einem Bereich im anderen nutzen erst nach 1 Stunde
Gestaltung Bereiche optisch getrennt, keine gegenseitige Werbung

Auch diese Wartezeiten überwacht LUGAS. Sie sollen verhindern, dass ein Gewinn in der Sportwette sofort in den Slot wandert oder umgekehrt.

Was LUGAS nicht leistet

LUGAS schützt nur bei Anbietern, die angeschlossen sind, also bei zugelassenen Anbietern aus der amtlichen Liste der GGL. Wie Sie prüfen, ob ein Anbieter dazugehört, erklärt unser Ratgeber zur GGL-Whitelist. Wer bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis spielt, verlässt dieses Netz vollständig: Kein Limit wird gezählt, keine Sperre abgefragt. Hinzu kommen mögliche Zahlungssperren und das Risiko einer Strafbarkeit nach § 285 StGB.

Die Spielersperre selbst läuft nicht über LUGAS, sondern über OASIS. Beides ergänzt sich, mehr dazu im Ratgeber zur OASIS-Sperrdatei. Den rechtlichen Rahmen fasst die Seite zum Glücksspielstaatsvertrag 2021 zusammen. Wenn Sie das Limit regelmäßig ausschöpfen und sich darüber ärgern, kann das ein Warnzeichen sein: Unter Hilfe bei Spielsucht finden Sie kostenlose Beratung.

Fragen und Antworten

F1Was ist LUGAS?
Das länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem. Es besteht aus Limitdatei, Aktivitätsdatei und Safe-Server und verbindet alle zugelassenen Online-Anbieter.
F2Gilt das 1.000-Euro-Limit pro Anbieter?
Nein. Es gilt grundsätzlich für alle zugelassenen Online-Anbieter zusammen und pro Monat.
F3Kann ich das Limit erhöhen?
Die Erlaubnis kann in Einzelfällen einen anderen Betrag zulassen, mit zusätzlichen Schutzmechanismen der GGL. Anbieter dürfen damit nicht werben.
F4Warum kann ich nicht bei zwei Anbietern gleichzeitig spielen?
Paralleles Spiel ist nach § 6h GlüStV 2021 verboten. Die Aktivitätsdatei in LUGAS erkennt eine laufende Sitzung bei einem anderen Anbieter.
F5Kann ich mir ein niedrigeres Limit setzen?
Ja, jederzeit: täglich, wöchentlich oder monatlich, für Einsätze, Einzahlungen und Verluste, auch nur für einen Anbieter.
F6Gibt es Wartezeiten beim Wechsel zwischen Sportwetten und Slots?
Ja. Laut GGL gilt beim Wechsel zwischen Bereichen einer Domain eine Minute Wartezeit, und Gewinne aus einem Bereich dürfen erst nach einer Stunde im anderen eingesetzt werden. Beides wird über LUGAS überwacht.